Isola Bella ist eine der bekanntesten Inseln im Lago Maggiore in Norditalien. Sie gehört zu den Borromäischen Inseln und ist für ihren prachtvollen Palast, die terrassenförmig angelegten Barockgärten, Skulpturen und Panoramablicke auf den See und die Alpen berühmt. Der italienische Name bedeutet „Schöne Insel“.
Geschichte der Insel
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Isola Bella ein felsiger Landstrich, auf dem einige Fischerfamilien lebten. Die Umwandlung in eine aristokratische Residenz begann 1632, als Carlo III. Borromeo den Bau eines Palastes und eines Gartens zu Ehren seiner Frau Isabella d'Adda veranlasste. Der ursprüngliche Name Isola Isabella entwickelte sich später zu Isola Bella.
Die Nachkommen Carlo III. führten das Projekt fort. Besonders Vitaliano VI. Borromeo prägte die barocke Gestalt der Insel. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Felsen befestigt, Terrassen angelegt und aufwendige Gartenanlagen gestaltet. Nach und nach entwickelte sich die Insel zu einer der repräsentativsten Residenzen der Familie Borromeo, die zahlreiche Angehörige des europäischen Adels empfing.
Palazzo Borromeo
Der Palazzo Borromeo nimmt einen großen Teil der Insel ein. Die barocke Residenz wurde über mehrere Jahrhunderte hinweg gestaltet und beherbergt Prunksäle, historische Möbel, Kunstwerke und reich dekorierte Innenräume. Zu den Höhepunkten gehören der Thronsaal, Räume, die mit berühmten historischen Gästen verbunden sind, und die Gobelingalerie mit großen flämischen Textilien aus dem 16. Jahrhundert.
Die Berthier-Galerie umfasst eine Sammlung von mehr als 130 Gemälden, darunter Werke aus verschiedenen Epochen und Kopien von Bildern berühmter europäischer Meister. Die Räume vermitteln einen Eindruck vom Kunstgeschmack und Lebensstil der Familie Borromeo.
Die Grotten des Palastes
Zu den ungewöhnlichsten Bereichen gehören die künstlichen Grotten im unteren Stockwerk. Ihre Wände und Gewölbe sind mit Steinen, Muscheln und Kieseln verziert und erinnern an fantasievolle Höhlen in barocken Adelsgärten. Zugleich boten die kühlen Räume einen Rückzugsort an heißen Sommertagen.
Barockgärten und Teatro Massimo
Die wichtigste Attraktion der Insel ist der italienische Barockgarten mit zehn Terrassen, die sich wie eine abgestumpfte Pyramide über dem See erheben. Treppen, Brunnen, Obelisken und Skulpturen bilden eine eindrucksvolle Komposition, die an ein Freilichttheater erinnert. Im Mittelpunkt steht das Teatro Massimo, ein monumentales Ensemble aus Terrassen und Statuen.
Auf der höchsten Ebene befindet sich ein Einhorn, das Wappentier der Familie Borromeo, begleitet von einer Figur, die die Ehre symbolisiert. Die obere Terrasse liegt etwa 37 Meter über dem See und bietet weite Ausblicke auf den Borromäischen Golf, den Lago Maggiore und die umliegenden Berge.
Pflanzen und weiße Pfauen
In den Gärten wachsen Azaleen, Kamelien, Zitruspflanzen, exotische Arten und historische Zierpflanzen. Im Liebesgarten bilden sorgfältig geschnittene Buchsbaumhecken geometrische Muster um ein zentrales Wasserbecken. Sehenswert sind auch die Wege mit Zitruspflanzen und das Gewächshaus Serra Elisa, in dem botanische Raritäten gedeihen.
Weiße Pfauen bewegen sich frei durch Teile der Gartenanlage und zählen zu den bekanntesten Motiven der Insel. Ihr helles Gefieder hebt sich deutlich von den Rasenflächen, Blumen und Skulpturen ab.
Das Dorf Isola Bella
Neben Palast und Gärten gibt es ein kleines historisches Dorf mit engen Gassen, traditionellen Häusern, Geschäften und Restaurants. Die ruhigere Atmosphäre erinnert an die Zeit, als auf der Insel Fischer lebten, bevor sie zu einer aristokratischen Residenz wurde.
Anreise und Besuch
Am einfachsten erreicht man Isola Bella mit dem Boot von Stresa am Westufer des Lago Maggiore. Verbindungen bestehen auch zu anderen Orten am See. Viele Besucher kombinieren den Ausflug mit Isola Madre und Isola dei Pescatori, die jeweils andere Sehenswürdigkeiten bieten.
Für Palast und Gärten sollte man mehrere Stunden einplanen und bequeme Schuhe für Treppen und Terrassen tragen. Die Anlage ist saisonal geöffnet. Für 2026 ist die Öffnung vom 12. März bis zum 8. November vorgesehen; die Zeiten unterscheiden sich je nach Saisonabschnitt. Vor der Reise empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Angaben der offiziellen Website Terre Borromeo.
Im Frühling beeindrucken die Blüten, im Sommer die üppige Vegetation und die Aussicht über den See. Die Verbindung von Architektur, Kunst, Gartenbau und Landschaft macht Isola Bella zu einem der eindrucksvollsten Ausflugsziele Norditaliens.
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