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Mumienhöhlen von Kabayan

Die Mumienhöhlen von Kabayan – ein altes Bestattungserbe

Die Mumienhöhlen von Kabayan liegen in der Bergprovinz Benguet im Norden der philippinischen Insel Luzon. Der Komplex ist für die erhaltenen Mumien des Volkes der Ibaloi bekannt, das besondere Verfahren zur Mumifizierung Verstorbener entwickelte. Diese Tradition macht Kabayan zu einem wichtigen Ort des philippinischen Kulturerbes.

Die Mumien werden häufig als „Feuermumien“ bezeichnet. Ihre Erhaltung hängt mit einer längeren Behandlung durch Wärme und Rauch sowie mit traditionellen pflanzlichen Substanzen zusammen. Nach dem Ritual wurden die Überreste in Holzsärge gelegt und in natürlichen Höhlen, Felsunterständen oder in den Fels gehauenen Nischen bestattet.

Die Ibaloi und ihre Mumifizierungstradition

Kabayan ist ein bedeutendes Zentrum der Ibaloi-Kultur, einer indigenen Kultur der Cordillera-Region. Die Mumifizierung war ein komplexes Ritual, das lange dauern konnte. Sie spiegelte Vorstellungen von Vorfahren, Erinnerung und dem Leben nach dem Tod wider und war bestimmten gesellschaftlichen Gruppen vorbehalten, nicht der gesamten Bevölkerung.

Mit der Ausbreitung des Christentums und gesellschaftlichen Veränderungen in den Bergregionen ging die Praxis allmählich zurück. Heute helfen die Gräber dabei, die Geschichte und das traditionelle Wissen der Ibaloi zu erforschen. Zugleich gelten die Überreste als Vorfahren, die für die örtlichen Gemeinschaften weiterhin Bedeutung haben.

Lage der Bestattungshöhlen

Die Bestattungsstätten liegen verstreut an den Berghängen der Gemeinde Kabayan. Zu den bekannten Orten zählen Timbac, Tenongchol, Opdas, Bangao und Ambacdet. Veröffentlichte Quellen nennen mehr als zweihundert Bestattungshöhlen; erhaltene Mumien befinden sich jedoch nur in einem Teil davon.

Schutz und kulturelles Erbe

Die Bestattungshöhlen von Kabayan wurden 1973 zu National Cultural Treasures der Philippinen erklärt. Nach Berichten über Diebstahl und Plünderungen in den 1970er-Jahren wurde der Schutz besonders wichtig. Das Nationalmuseum der Philippinen arbeitete mit lokalen Behörden zusammen, um die Stätten zu dokumentieren und geborgene Objekte zu sichern.

In Kabayan betreibt das Nationalmuseum ein Museum mit ethnografischen Objekten und Informationen zur Ibaloi-Kultur und zur Geschichte der Mumien. Die Höhlen stehen auf der vorläufigen Liste des UNESCO-Welterbes. Das bedeutet nicht, dass sie bereits in die eigentliche Welterbeliste aufgenommen wurden.

Besuch der Mumienhöhlen

Die Reise beginnt gewöhnlich in der Gemeinde Kabayan in der Provinz Benguet. Zu einigen Felsunterständen führen unebene Wanderwege; bestimmte Orte können geschlossen sein oder dürfen nur mit einer örtlichen Begleitung besucht werden. Informieren Sie sich vorab beim Museum oder bei der örtlichen Touristeninformation über die aktuellen Regeln.

Berühren Sie weder Mumien noch Särge oder Grabbeigaben. Beachten Sie Fotografierverbote und hinterlassen Sie keinen Müll. Die Höhlen sind nicht nur archäologische Stätten, sondern auch Orte der Erinnerung für die örtlichen Gemeinschaften.

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