Der Nationalpark Kep ist ein geschütztes Naturgebiet im Süden Kambodschas. Er liegt auf bewaldeten Hügeln hinter dem Küstenort Kep. Von seinen Wegen aus bieten sich Ausblicke auf den Golf von Thailand, vorgelagerte Inseln und entfernte Gebirgszüge. Der Park ist vergleichsweise kompakt und eignet sich gut für selbstständige Wanderungen.
Der Nationalparkstatus wurde 1993 verliehen. Laut der Datenbank Protected Planet betrug die ursprüngliche Fläche 1.152 Hektar; im Juli 2023 wurde sie auf 1.230 Hektar erweitert.
Der Rundweg durch den Wald
Eine der besten Möglichkeiten, den Park kennenzulernen, ist ein Rundweg über die Hügel. Reiseführer geben die Länge meist mit etwa 8 Kilometern an, wobei sie je nach gewählten Nebenwegen variiert. Der Weg führt an tropischen Bäumen, Lianen und Bambus vorbei und bietet gelegentlich freie Blicke auf das Meer und die ländliche Umgebung.
Für die gesamte Runde benötigt man ohne längere Pausen meist zwei bis drei Stunden. Nach Regen können einzelne Abschnitte schlammig oder rutschig sein. Auf dafür freigegebenen Strecken ist Radfahren möglich; zu Fuß lassen sich Vögel, Schmetterlinge und Pflanzen jedoch besser beobachten.
Der Aussichtspunkt Sunset Rock
Sunset Rock gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten des Parks. Von hier blickt man auf die Küste von Kep, nahegelegene Inseln und bewaldete Hügel. Besonders beliebt ist der Ort am späten Nachmittag, wenn die untergehende Sonne Meer und Himmel warm färbt. Ein Seitenweg führt zum Aussichtspunkt; plane genügend Zeit für den Rückweg vor Einbruch der Dunkelheit ein.
Der Weg Stairway to Heaven
Der Weg Stairway to Heaven, also „Treppe zum Himmel“, steigt zu religiösen Gebäuden und Aussichtspunkten hinauf. Unterwegs kann man eine kleine Pagode und Klostergebäude sehen. Besucher sollten sich angemessen kleiden, ruhig verhalten und betende oder meditierende Menschen nicht stören.
Pflanzen und Tiere
Die Vegetation umfasst tropische Bäume, Sträucher, Lianen und Bambus. Makaken gehören zu den Tieren, denen Besucher am ehesten begegnen; außerdem leben hier verschiedene Vögel, Eichhörnchen, Eidechsen und zahlreiche Insekten. Ruhige Waldabschnitte eignen sich gut zur Vogelbeobachtung, doch Tierbeobachtungen sind nie garantiert.
Füttere die Makaken nicht und nähere dich ihnen nicht für Fotos. Bewahre Lebensmittel und Plastiktüten sicher auf und nimm deinen Müll wieder mit. Pflücke keine Pflanzen und verlasse in empfindlichen Bereichen nicht die markierten Wege.
Ausblicke auf den Golf von Thailand
An offenen Stellen des Weges sieht man die Küste von Kep, Inseln vor der kambodschanischen Küste und Gebirgszüge im Landesinneren. Die Sicht hängt von Bewölkung, Luftfeuchtigkeit und der Vegetation rund um die Aussichtspunkte ab.
Die beste Besuchszeit
Am angenehmsten ist eine Wanderung meist am frühen Morgen, bevor die größte Hitze einsetzt. Der späte Nachmittag eignet sich für Sunset Rock, sofern genügend Zeit für den Rückweg bleibt. In der Trockenzeit von ungefähr November bis April sind die Wege meist fester. Von Mai bis Oktober lässt die Regenzeit den Wald grüner werden, kann aber einzelne Wege rutschig machen.
Anreise und praktische Tipps
Der Park liegt direkt hinter dem Ort Kep. Ein bekannter Eingang und der Start eines beliebten Weges befinden sich in der Nähe des Veranda Natural Resort. Man erreicht den Ausgangspunkt zu Fuß, mit dem Fahrrad, Motorrad oder Tuk-Tuk. Prüfe vor dem Start, welcher Eingang geöffnet und welcher Weg zugänglich ist.
Kep liegt etwa 25 Straßenkilometer von Kampot entfernt. Die Wanderung lässt sich mit einem Besuch der Uferpromenade, des Krabbenmarkts oder einer Bootsfahrt nach Koh Tonsay, auch Rabbit Island genannt, verbinden. Nimm Wasser, Kopfbedeckung, Insektenschutz und feste Schuhe mit. Einkaufsmöglichkeiten für Getränke sind entlang der Wege begrenzt.
Warum den Nationalpark Kep besuchen?
Der Park ist eine ruhige Alternative zum Strand: Waldwege, Aussichtspunkte, Vögel, Wildtiere und kleine religiöse Stätten liegen zwischen grünen Hügeln. Er bietet eine gut erreichbare Möglichkeit, die Natur Süd-Kambodschas und die Panoramen des Golfs von Thailand zu erleben.
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