Der Daisetsuzan-Nationalpark liegt im Zentrum der japanischen Insel Hokkaido und ist der größte Gebirgsnationalpark des Landes. Er umfasst rund 2.268 km² mit Vulkangipfeln, alpinen Hochebenen, dichten Wäldern, Bergflüssen, Seen und heißen Quellen. Wegen seiner ausgedehnten Gebirgslandschaft wird die Region auch als Dach Hokkaidos bezeichnet.
Die indigene Bevölkerung der Ainu nennt das Gebirge „Kamuy Mintara“, was so viel wie „Spielplatz der Götter“ bedeutet. Der Name passt zu den weiten Berglandschaften, wolkenverhangenen Gipfeln, vulkanischen Hängen und weitgehend unberührten Naturräumen.
Berge und Vulkanlandschaften
Der höchste Gipfel des Parks ist der 2.291 Meter hohe Asahidake, zugleich der höchste Berg Hokkaidos. Er gehört zur Daisetsu-Vulkangruppe. In Gipfelnähe treten aus Fumarolen Dämpfe aus. Weitere bekannte Berge sind der Kurodake und der Tomuraushi sowie die Vulkankette von Tokachi mit dem Tokachidake.
Sugatami und die Region Asahidake
Der Kurort Asahidake Onsen ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berge. Eine Seilbahn bringt Besucher zur Station Sugatami, von der Spazierwege und Wanderstrecken beginnen. Ein Rundweg am Sugatami-Teich führt an kleinen Bergseen, Dampfaustritten und alpiner Vegetation vorbei. Das Wetter kann sich in dieser Höhe schnell ändern, und auch im Sommer sind niedrige Temperaturen möglich.
Die Schlucht von Sounkyo
Die Sounkyo-Schlucht ist für ihre hohen Felswände, engen Täler und Wasserfälle bekannt. An einigen Stellen sind senkrechte Felssäulen zu sehen, die durch vulkanische Prozesse entstanden sind. Im Herbst färben sich die Wälder rot, orange und goldgelb. Sounkyo Onsen bietet Unterkünfte, heiße Quellen und Zugang zur Kurodake-Seilbahn, die Wandergebiete in höheren Lagen erschließt.
Seen, Wälder und Tierwelt
Im Osten des Parks liegen die Seen Shikaribetsu und Nukabira, umgeben von Wäldern und Gebirgszügen. Die Landschaft umfasst Nadel- und Laubwälder, alpine Feuchtgebiete, Wiesen und hochalpine Pflanzen. Braunbären, Nordpfeifhasen, Eichhörnchen und zahlreiche Vogelarten leben hier. Wildtiere sollten stets aus sicherer Entfernung beobachtet werden.
Beste Reisezeit
Juli und August eignen sich besonders für Wanderungen und Bergtouren. Viele hoch gelegene Wege sind dann besser zugänglich und alpine Pflanzen stehen in Blüte. Die Herbstfärbung beginnt früh, häufig bereits Ende August oder im September; erster Schnee kann im Oktober fallen. Im Winter kommen Skifahrer und Schneeschuhwanderer auf ihre Kosten, während einige Straßen und Wege geschlossen sind.
Anreise
Asahikawa ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt für einen Besuch des Parks. Die Stadt ist mit dem Zug von Sapporo oder über den Flughafen Asahikawa erreichbar. Busse fahren unter anderem nach Asahidake Onsen und Sounkyo Onsen, verkehren jedoch teilweise selten. Ein Mietwagen erleichtert die Erkundung abgelegener Parkbereiche.
Vor einer Wanderung sollten Besucher in einem Informationszentrum die Wettervorhersage, den Zustand der Wege, die vulkanische Aktivität und aktuelle Hinweise zu Braunbären prüfen. Warme Kleidung und Wasser gehören zur Ausrüstung. Bleiben Sie auf markierten Wegen und beachten Sie die Sicherheitsregeln. Daisetsuzan zeigt eine wilde Seite Japans mit Vulkanbergen, heißen Quellen, Wäldern und alpinen Landschaften.
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