Die Lost Gardens of Heligan sind eine historische Gartenanlage in Cornwall im Südwesten Englands. Sie verbinden viktorianische Gärten, subtropische Pflanzen, traditionelle Nutzgärten, Waldwege und ungewöhnliche Naturskulpturen. Mehr als 200 Acres des Anwesens können erkundet werden.
Geschichte des Anwesens
Ende des 16. Jahrhunderts ging das Anwesen in den Besitz der Familie Tremayne über, die es über mehrere Generationen entwickelte. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden Terrassen, Teiche, Ziergärten und ummauerte Nutzgärten. Ende des 19. Jahrhunderts verfügte Heligan über Gewächshäuser, Obstbäume und ein weit verzweigtes Wegenetz.
Der Erste Weltkrieg brachte einen tiefen Einschnitt. Viele Gärtner gingen an die Front, und die Gärten verwilderten allmählich. 1990 begannen Tim Smit und John Willis ein umfangreiches Restaurierungsprojekt. Durch das Freilegen der Wege und die Untersuchung alter Anlagen wurde die historische Gartenlandschaft wieder zum Leben erweckt.
Viktorianische Nutzgärten
Die Nutzgärten versorgten das Anwesen einst mit Gemüse, Obst und Kräutern. Ihre traditionelle Gestaltung mit Beeten, Wegen und Hecken ist noch erkennbar. Heute werden verschiedene Nutzpflanzen und alte Sorten angebaut, wobei historische Gartenmethoden mit moderner Pflege verbunden werden.
Der Garten The Jungle
The Jungle liegt in einem geschützten Tal mit feuchtem Mikroklima. Hier wachsen Bambus, Baumfarne, Bananenpflanzen und Riesenrhabarber. Die Wege führen durch dichte Vegetation und schaffen eine subtropische Atmosphäre, die für England ungewöhnlich ist.
Ziergärten und Skulpturen
Die Pleasure Grounds umfassen geschwungene Wege, alte Bäume, Blumenbeete und Rasenflächen. Zu den bekanntesten Skulpturen gehören Mud Maid und Giant’s Head. Sie bestehen aus natürlichen Materialien und Pflanzen und verändern ihr Aussehen im Laufe der Jahreszeiten.
Natur und Erinnerung an die Gärtner
Außerhalb der gepflegten Gärten liegen Wälder, Wiesen, Teiche und Naturpfade. Das Anwesen unterstützt die Artenvielfalt und bietet Lebensräume für Vögel, Insekten und heimische Tiere. Die Geschichte der Gärtner, die während des Ersten Weltkriegs in den Krieg zogen, ist ein wichtiger Teil von Heligan. In der Thunderbox Room wurde eine Inschrift entdeckt, die Arbeiter im August 1914 hinterlassen hatten. 2013 wurde der Ort als lebendiges Denkmal für die Gärtner von Heligan anerkannt.
Beste Besuchszeit
Im Frühling erscheinen frische Triebe und Blüten, im Sommer zeigt sich der subtropische Garten besonders üppig, im Herbst färbt sich das Laub warm und im Winter treten die Struktur der Gärten und die alten Bäume stärker hervor. Das Wetter in Cornwall kann rasch wechseln; wasserdichte Kleidung und bequeme Schuhe sind empfehlenswert. Für die wichtigsten Bereiche sollte man mindestens vier Stunden einplanen.
Anreise
Die Gärten liegen in der Nähe von Mevagissey und St Austell. Man kann mit dem Auto oder mit örtlichen Bussen anreisen, die das Gelände mit beiden Orten verbinden. Aus anderen Teilen Großbritanniens ist die Fahrt mit dem Zug nach St Austell und die Weiterreise mit Bus, Taxi oder Auto praktisch.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
Ein Besuch lässt sich mit einem Ausflug nach Mevagissey verbinden, einem Küstenort mit Fischerhafen und engen Gassen. Auch St Austell und weitere historische Gärten in Cornwall sind einen Besuch wert.
Die Lost Gardens of Heligan zeigen, wie eine vernachlässigte historische Landschaft neues Leben gewinnen kann. Gartenkunst, lokale Geschichte, Pflanzenvielfalt und Naturschutz machen den Ort zu einer besonderen Sehenswürdigkeit.
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