Colmar ist eine malerische Stadt im Osten Frankreichs, in der historischen Region Elsass nahe der deutschen Grenze. Sie ist für ihre farbenfrohen Fachwerkhäuser, gepflasterten Gassen, Kanäle und Weintraditionen bekannt. In der Altstadt sind Bauwerke aus dem Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert erhalten geblieben.
Klein-Venedig
Das bekannteste Viertel Colmars ist Klein-Venedig. Der Name bezeichnet einen Abschnitt der Lauch, an dessen Ufern traditionelle Häuser mit Fachwerk, bunten Fassaden und steilen Dächern stehen. Im früheren Fischerviertel lebten einst Fischer und Bootsleute. Heute gibt es dort Restaurants, kleine Geschäfte und Spazierwege. In der warmen Jahreszeit sind Bootsfahrten auf dem Kanal möglich.
Altstadt und Fachwerkhäuser
Die Altstadt zeichnet sich durch enge Gassen, kleine Plätze und Häuser mit sichtbaren Holzbalken aus. Das 1537 errichtete Pfisterhaus ist für seine Eckerker, Galerie und Wandmalereien bekannt. Das Anfang des 17. Jahrhunderts gebaute Haus der Köpfe ist mit 111 skulptierten Köpfen und Masken geschmückt. Das 1480 fertiggestellte Koïfhus, das ehemalige Zollhaus, erinnert an die bedeutende Handelsgeschichte der Stadt.
Stiftskirche St. Martin
Die Stiftskirche St. Martin zählt zu den bedeutenden Beispielen gotischer Architektur im Elsass. Sie wurde zwischen 1235 und 1365 errichtet. Spitzbogenfenster, steinerne Details und die charakteristische Dachsilhouette prägen das Gebäude. Nach einem Brand im Jahr 1572 erhielt der Südturm einen ungewöhnlichen laternenförmigen Abschluss. Die Kirche liegt mitten in der Altstadt.
Unterlinden-Museum
Das Unterlinden-Museum befindet sich in einem historischen Gebäudekomplex, zu dem ein ehemaliges Dominikanerkloster aus dem 13. Jahrhundert gehört. Die Sammlungen umfassen nahezu 7.000 Jahre Kunstgeschichte. Das berühmteste Werk ist der Isenheimer Altar, der Anfang des 16. Jahrhunderts von Matthias Grünewald und Nicolas von Hagenau geschaffen wurde. Vor dem Besuch sollten die aktuellen Öffnungszeiten auf der offiziellen Website geprüft werden.
Bartholdi und die lokale Kultur
Colmar ist der Geburtsort von Frédéric Auguste Bartholdi, dem Bildhauer der Freiheitsstatue. Das Bartholdi-Museum in seinem Geburtshaus zeigt Skulpturen, Modelle, Zeichnungen und weitere Materialien über sein Werk.
Elsässische Küche und Wein
In den Restaurants werden unter anderem Flammkuchen mit cremigem Belag, Zwiebeln und Speck sowie Choucroute und Gerichte mit Fleisch und Würsten serviert. Das Elsass ist für Weißweine wie Riesling und Gewürztraminer bekannt. Colmar ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Elsässer Weinstraße und in die umliegenden Weinorte.
Weihnachtsmärkte
Im Dezember schmücken Lichter, festliche Schaufenster und Holzhütten die Straßen und Plätze. Auf den Märkten gibt es Kunsthandwerk, Dekorationen, regionale Produkte und saisonale Spezialitäten. Da diese Zeit sehr beliebt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Unterkunftsbuchung.
Beste Reisezeit und Anreise
Frühling und Sommer eignen sich für Spaziergänge und Bootsfahrten, der Herbst für Ausflüge in die Weinberge und der Winter für die Weihnachtsmärkte. Colmar liegt zwischen Straßburg und Mulhouse und ist mit dem Zug gut erreichbar. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten genügt ein Tag; zwei oder mehr Tage bieten Zeit für Museen und Ausflüge in die umliegenden Dörfer.
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