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Tiergarten Schönbrunn

Der Tiergarten Schönbrunn liegt im Schloss- und Parkareal Schönbrunn in Wien. Er wurde 1752 gegründet und gilt als ältester noch bestehender Zoo der Welt. Historische Pavillons und imperiales Erbe verbinden sich hier mit moderner Tierhaltung, wissenschaftlicher Forschung und Artenschutzprogrammen. Der Zoo umfasst rund 17 Hektar und gehört zum UNESCO-Welterbe Schloss und Gärten von Schönbrunn.

Geschichte des ältesten Zoos der Welt

Die Geschichte des Zoos begann unter Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, dem Ehemann Maria Theresias. 1752 wurde im Park der kaiserlichen Sommerresidenz eine Menagerie mit Gehegen rund um einen zentralen Pavillon eingerichtet. Die Tierkollektion war zunächst der kaiserlichen Familie und ihren Gästen vorbehalten. Der zentrale Pavillon, in dem das Kaiserpaar frühstückte und sich aufhielt, wurde 1759 fertiggestellt.

Ab 1778 war die Menagerie sonntags für Besucher geöffnet; ab 1779 konnte ein breiteres Publikum sie besuchen. Unter Kaiser Joseph II. kamen Tiere aus Expeditionen nach Afrika und Amerika nach Wien. Im 19. Jahrhundert wurde der Zoo weiter ausgebaut und entwickelte sich zu einer beliebten Attraktion für Einheimische und Reisende.

1906 wurde hier ein in Gefangenschaft gezeugter Elefant geboren – ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte zoologischer Gärten. Im 20. Jahrhundert erlebte der Zoo schwierige Zeiten, besonders während der Weltkriege, als der Tierbestand stark zurückging. Später wurde die Sammlung wieder aufgebaut und die Anlagen wurden modernisiert. In den 1990er-Jahren wurde die Verwaltung neu organisiert; Tierwohl, Forschung und Naturschutz gewannen zunehmend an Bedeutung.

Tiere und Lebensräume

Heute leben im Zoo Tausende Tiere aus rund 500 Arten. Die Anlagen zeigen die Tierwelt verschiedener Kontinente, von arktischen Regionen bis zu tropischen Wäldern. Da das Gelände weitläufig ist, sollte man mehrere Stunden für die wichtigsten Gehege und Tierhäuser einplanen.

Eisbärenwelt und Polarium

In der Eisbärenwelt lassen sich die arktischen Raubtiere an Land und im Wasser beobachten. Das Polarium widmet sich Tieren aus kalten Meeren und Polarregionen, darunter Pinguine und südamerikanische Seelöwen. Unterwasserfenster ermöglichen Einblicke in ihre Schwimm- und Tauchbewegungen. Die Ausstellungen informieren auch über ihr Verhalten und die Gefahren für aquatische Lebensräume.

Das Regenwaldhaus

Im Regenwaldhaus wird die warme, feuchte Umgebung südostasiatischer Tropenwälder nachgebildet. Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und dichte Vegetation vermitteln ganzjährig einen Eindruck dieses Lebensraums. Zu den Bewohnern zählen Asiatische Kurzkrallenotter, Flughunde, Reptilien und verschiedene Vogelarten. Die Ausstellung zeigt außerdem, wie die Abholzung tropischer Wälder zahlreiche Arten bedroht.

Große Pandas und andere seltene Tiere

Der Tiergarten Schönbrunn ist für sein Programm zur Haltung und Zucht von Großen Pandas bekannt. 2007 wurde hier Fu Long geboren, der erste Große Panda in einem europäischen Zoo, der durch natürliche Paarung zur Welt kam. In den folgenden Jahren wurden weitere Panda-Jungtiere geboren. Die Arbeit mit dieser Art erfolgt im Rahmen internationaler Zusammenarbeit und wissenschaftlicher Programme.

Besucher können außerdem Amur-Tiger, Amur-Leoparden, Orang-Utans, Elefanten, Nashörner und viele weitere Tiere sehen. Der Tierbestand und der Zugang zu einzelnen Anlagen können sich aufgrund von Zuchtprogrammen, tierärztlicher Betreuung oder Bauarbeiten ändern.

Historische Pavillons und Aquarium

Die historischen Gebäude erinnern an die Ursprünge des Zoos als kaiserliche Menagerie. Der Pavillon ORANG.erie steht in Verbindung mit der Tradition der Orangerien und beherbergt heute Orang-Utans. Im Aquarien- und Terrarienhaus werden Fische, Quallen, Rochen, Muränen, Reptilien und Amphibien gezeigt. Während Umbauarbeiten können einzelne Bereiche zeitweise geschlossen sein.

Tirolerhof und Südamerika-Park

Der Tirolerhof widmet sich seltenen und traditionellen österreichischen Haustierrassen. Besucher erfahren mehr über die Erhaltung alter Nutztierrassen und die Bedeutung genetischer Vielfalt. Im Südamerika-Park mit offenen Landschaften, Hügeln und Teichen leben unter anderem Capybaras, Große Ameisenbären und Nandus.

Ein Zoo für Familien

Der Tiergarten ist bei Familien mit Kindern beliebt. Junge Besucher können Haustiere kennenlernen und Anlagen mit Vögeln, Primaten und kleinen Säugetieren entdecken. Informationstafeln und Führungen vermitteln Wissen über Artenschutz, tierärztliche Arbeit und internationale Naturschutzprojekte. Für kleine Gruppen werden auch thematische Sonderführungen angeboten.

Forschung und Naturschutz

Der Tiergarten Schönbrunn ist heute nicht nur eine touristische Attraktion, sondern auch ein Zentrum für Bildung, Forschung und Artenschutz. Fachleute untersuchen das Verhalten der Tiere, beteiligen sich an Zuchtprogrammen und arbeiten mit anderen Zoos und Naturschutzorganisationen zusammen. Besonderes Augenmerk gilt Arten, die in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht sind.

Anreise

Der Zoo liegt im Schloss- und Parkareal Schönbrunn im Westen Wiens. Das Gebiet ist mit der U-Bahn-Linie U4 erreichbar; je nach gewähltem Eingang bieten sich die Stationen Schönbrunn oder Hietzing an. Vor dem Besuch sollte man auf der offiziellen Website Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Fütterungszeiten und die Zugänglichkeit einzelner Anlagen prüfen. Für die wichtigsten Bereiche empfiehlt sich ein halber Tag. Der Zoobesuch lässt sich mit dem Schloss Schönbrunn und seinen Gärten verbinden.

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