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Liechtenstein Museum

Das Liechtenstein Museum ist die historische Bezeichnung der Kunstgalerie im Gartenpalais der Fürstenfamilie Liechtenstein in Wien. Heute ist das Gebäude als Liechtenstein Garden Palace bekannt und zeigt einen Teil der Fürstlichen Sammlungen, einer bedeutenden privaten Kunstsammlung Europas. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen, Kunsthandwerk und historische Innenräume eines Barockpalais.

Die Sammlung umfasst mehrere Jahrhunderte europäischer Kunst. Zu ihren Höhepunkten zählen Werke von Peter Paul Rubens, Skulpturen, Tapisserien und Objekte aus der fürstlichen Kunstkammer. Die Kunstwerke werden in historischen Räumen präsentiert, in denen Architektur, Fresken, Stuck und Malerei ein zusammenhängendes Ensemble bilden.

Geschichte der Fürstlichen Sammlungen

Das Haus Liechtenstein gehört zu den ältesten Adelsdynastien Europas. Seine Kunstsammlung entstand über mehrere Jahrhunderte, als Familienmitglieder Gemälde, Skulpturen und seltene Kunstgegenstände erwarben. Fürst Karl Eusebius I. und sein Nachfolger Johann Adam Andreas I. prägten die Entwicklung der Sammlung, unter anderem durch den Ankauf flämischer Gemälde von Rubens.

1687 erwarb Johann Adam Andreas I. ein Grundstück im Viertel Rossau, das damals außerhalb der Wiener Stadtmauern lag. Dort entstand ein Palais mit Gartenanlage. 1810 öffnete Fürst Johann I. das Gartenpalais als öffentlich zugängliche Galerie gegen Eintritt.

Schließung und Wiedereröffnung

1938 wurde die Galerie nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland für die allgemeine Öffentlichkeit geschlossen. Die Fürstenfamilie verlegte ihren Wohnsitz nach Vaduz; ein großer Teil der Kunstschätze wurde später ebenfalls nach Liechtenstein gebracht.

Zwischen 2000 und 2003 wurde das Palais umfassend restauriert. Am 24. März 2004 öffnete es erneut als Museum. Seit Anfang 2012 gibt es keinen regulären Museumsbetrieb mit festen Öffnungszeiten mehr. Die Innenräume und Sammlungen können im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen nach vorheriger Buchung besucht werden. Während der jährlichen Frühjahrsausstellung gelten gegebenenfalls besondere Besuchsregelungen.

Das Gartenpalais Liechtenstein

Das Palais liegt im neunten Wiener Gemeindebezirk im historischen Viertel Rossau. Die Anlage wurde als fürstliche Residenz mit weitläufigen Gärten und Wirtschaftsgebäuden geplant. Ihre Architektur zeigt italienische Einflüsse und barocke Prinzipien der Symmetrie und repräsentativen Raumgestaltung.

Im späten 18. Jahrhundert wurden das Palais und der Ehrenhof umgestaltet. Die Architekten Joseph Hardtmuth und Joseph Kornhäusel wirkten an Veränderungen mit, durch die der Blick auf die Fassade von der Fürstengasse freier wurde. Der Park verbindet Elemente des historischen Barockgartens mit einer späteren Landschaftsgestaltung.

Säle und historische Innenräume

Einer der eindrucksvollsten Räume ist der Herkulessaal. Seine Decke ist mit Fresken von Andrea Pozzo geschmückt, die die Taten des Herkules und seine Aufnahme in den Olymp darstellen. Weitere Räume bewahren Deckenmalereien, Stuckarbeiten, Skulpturen und dekorative Details aus verschiedenen Epochen.

Auch die Große Galerie ist von Bedeutung. Sie diente historisch der Präsentation umfangreicher Gemäldezyklen. Das Zusammenspiel von Malerei, Skulptur und barocker Raumgestaltung vermittelt den Eindruck eines Gesamtkunstwerks.

Gemälde von Peter Paul Rubens

Ein bekannter Teil der Sammlung ist mit dem flämischen Maler Peter Paul Rubens verbunden. Seine dynamischen Kompositionen, kräftigen Farben und ausdrucksstarken Figuren wurden zu Kennzeichen der europäischen Barockkunst. Zu den bedeutenden Werken gehört der Decius-Musus-Zyklus, den Rubens und seine Werkstatt schufen.

Die Fürstlichen Sammlungen enthalten auch Werke anderer europäischer Meister. Die gezeigte Auswahl kann sich ändern, da einzelne Kunstwerke für internationale Ausstellungen ausgeliehen oder in anderen Liechtenstein-Residenzen präsentiert werden.

Der Goldene Wagen

Ein außergewöhnliches Objekt der Sammlung ist der Goldene Wagen, der für Fürst Joseph Wenzel von Liechtenstein angefertigt wurde. Das prachtvolle Gefährt war für zeremonielle Fahrten und offizielle Anlässe bestimmt. Seine Ausstattung zeigt das hohe Können der Künstler und Handwerker, die für europäische Fürstenhöfe arbeiteten.

Die Historische Bibliothek

Zum Palais gehört eine historische Bibliothek, die mit der Büchersammlung der Fürstenfamilie verbunden ist. Ihr Interieur umfasst klassizistische Möbel aus der früheren fürstlichen Residenz in der Herrengasse. Zwischen 1912 und 1914 wurde die Bibliothek in den ehemaligen Herrenappartements eingerichtet.

Besuch des Palais

Das Gartenpalais Liechtenstein befindet sich in der Fürstengasse 1, 1090 Wien, Österreich. Die Innenräume und die Fürstlichen Sammlungen sind im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen nach vorheriger Buchung zugänglich. Informieren Sie sich auf der offiziellen Website über Termine, Preise und verfügbare Tickets.

Die Straßenbahnlinie D hält an den Stationen Seegasse und Bauernfeldplatz. Alternativ können Sie mit der U-Bahn-Linie U4 bis Rossauer Lände fahren und etwa 600 Meter zu Fuß gehen. Auch die Buslinie 40A hält am Bauernfeldplatz.

Der Liechtensteinpark

Wenn das Palais nicht zugänglich ist, können Sie den Liechtensteinpark während der öffentlichen Öffnungszeiten besuchen. Alte Bäume, Spazierwege und Grünflächen bieten eine ruhige Umgebung. Der Zugang zum Park bedeutet jedoch nicht, dass die Innenräume des Palais selbstständig besichtigt werden können.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Das Palais liegt im Viertel Rossau und eignet sich als Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch den neunten Bezirk Wiens. In der Umgebung befinden sich historische Straßen, Cafés und architektonische Sehenswürdigkeiten. Das Gartenpalais ist wegen seiner Sammlung, der Geschichte der Fürstenfamilie, der Barockarchitektur und der dekorierten Innenräume einen Besuch wert.

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