Die Pompeius-Säule ist ein berühmtes antikes Denkmal in Alexandria, Ägypten. Sie wurde Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. zu Ehren des römischen Kaisers Diokletian errichtet und erhebt sich zwischen den Ruinen des Serapeums, eines Heiligtums für den Gott Serapis. Trotz ihres traditionellen Namens besteht kein nachgewiesener Zusammenhang mit dem römischen Feldherrn Pompeius Magnus.
Geschichte und Herkunft des Namens
Die Säule wird gewöhnlich auf etwa 297 bis 303 n. Chr. datiert. Die Widmungsinschrift besagt, dass sie auf Anordnung des römischen Präfekten Ägyptens, Publius, zu Ehren Diokletians errichtet wurde. Der Name Pompeius-Säule entstand erst viel später, als europäische Reisende das Monument fälschlich mit dem berühmten Feldherrn in Verbindung brachten, der 48 v. Chr. in Ägypten starb. Der arabische Name Amud al-Sawari wird häufig als „Säule der Masten“ übersetzt.
Architektur und Maße
Das Denkmal besteht aus einem einzigen gewaltigen Block roten Granits aus der Region Assuan im Süden Ägyptens. Einschließlich Sockel und Kapitell ist es heute ungefähr 26,8 Meter hoch. Der Durchmesser des Schafts beträgt am Fuß etwa 2,7 Meter. Oben sitzt ein Kapitell im korinthischen Stil; am Sockel ist eine Widmungsinschrift erhalten. Vermutlich stand ursprünglich eine Statue Diokletians auf der Spitze, die jedoch verloren gegangen ist.
Das Serapeum und die umliegenden Ruinen
Die Säule steht auf dem Gelände des Serapeums, eines bedeutenden Heiligtums für Serapis, dessen Kult ägyptische und griechische Traditionen verband. Heute sind Fundamentreste, Architekturfragmente, Granitsphinxe aus ptolemäischer Zeit und unterirdische Galerien zu sehen. Die Funktion einiger unterirdischer Räume ist weiterhin Gegenstand der Forschung; sie sollten nicht pauschal als Bibliotheksmagazine bezeichnet werden.
Historische Bedeutung
Die Pompeius-Säule ist ein wichtiges Zeugnis des römischen Alexandria. Sie zeigt die technischen Fähigkeiten, die erforderlich waren, um einen riesigen Granitmonolithen abzubauen, zu transportieren und aufzustellen. Zugleich veranschaulicht sie das Zusammentreffen ägyptischer, griechischer und römischer Kultur in einer bedeutenden Stadt des antiken Mittelmeerraums.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
In der Nähe liegen die Katakomben von Kom el-Shoqafa, eine Grabanlage mit ägyptischen, griechischen und römischen Kunsttraditionen. Weitere Ziele sind das römische Amphitheater von Kom el-Dikka, die Zitadelle von Qaitbay und die moderne Bibliotheca Alexandrina.
Praktische Informationen
Das Denkmal befindet sich im Stadtteil Karmouz auf dem archäologischen Gelände des Serapeums. Informieren Sie sich vorab über Öffnungszeiten, Eintrittspreise und den Zugang zu unterirdischen Bereichen. Für die Säule und die sichtbaren Ruinen reichen meist 30 bis 60 Minuten. Für zusätzliche Sehenswürdigkeiten sollten Sie mehr Zeit einplanen. Auf unebenem Gelände sind bequeme Schuhe empfehlenswert.
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