Die Petroglyphen von Angono sind prähistorische Felsgravuren auf der philippinischen Insel Luzon in der Provinz Rizal. Sie liegen nahe der Grenze zwischen den Gemeinden Angono und Binangonan und zählen zu den wichtigsten Zeugnissen früher Kunst auf den Philippinen.
Entdeckung der Fundstätte
Die Gravuren wurden 1965 bekannt, als der philippinische Künstler Carlos „Botong“ Francisco während eines Ausflugs mit Pfadfindern eingeritzte Figuren in einem Felsunterstand bemerkte. Er meldete den Fund dem Nationalmuseum der Philippinen, dessen Fachleute noch im selben Jahr mit Untersuchungen begannen. 1973 wurden die Petroglyphen zum Nationalen Kulturschatz erklärt; 1985 kamen sie in das Weltinventar der Felskunst.
Was ist auf dem Felsen dargestellt?
Die Felswand zeigt stilisierte menschliche Figuren, tierähnliche Formen und geometrische Zeichen. Frühe Untersuchungen erfassten 127 Darstellungen. Einige Figuren besitzen einen runden Kopf, einen schmalen Hals, einen vereinfachten Körper und angewinkelte Gliedmaßen. Manche Formen erinnern an Frösche und Eidechsen. Durch Verwitterung sind Teile der Linien heute schwerer zu erkennen.
Datierung und archäologische Forschung
In populären Darstellungen werden die Gravuren häufig auf etwa 3000 v. Chr. datiert, doch ihr genaues Alter ist nicht geklärt. Das Nationalmuseum der Philippinen betont, dass das Alter des Gesteins und der gefundenen Artefakte nicht automatisch das Entstehungsdatum der Gravuren bestimmt. Bei archäologischen Untersuchungen wurden Keramikfragmente und Steinwerkzeuge, darunter Obsidianabschläge, gefunden.
Die Bedeutung der Felskunst
Bis heute ist nicht sicher bekannt, wer die Figuren schuf und was sie bedeuteten. Symbolische, rituelle oder gesellschaftliche Funktionen wurden als Möglichkeiten diskutiert, sind aber nicht abschließend bewiesen. Die Petroglyphen sind ein bedeutender Beleg für frühe künstlerische Tätigkeit auf den Philippinen.
Schutz und Besuch
Zum Schutz der empfindlichen Felsoberfläche richtete das Nationalmuseum eine Aussichtsplattform ein. Von dort können Besucher die Gravuren betrachten, ohne sie zu berühren. Informieren Sie sich vorab über Öffnungszeiten und Zugang. Die Figuren dürfen weder berührt noch gereinigt oder nachgezeichnet werden.
Warum sich ein Besuch lohnt
Die Fundstätte ermöglicht einen seltenen Einblick in die prähistorische Kunst der Philippinen. Auch wenn Ursprung und Bedeutung der Figuren ungeklärt bleiben, dokumentieren sie das kulturelle Leben früher Gemeinschaften in der Nähe von Manila.
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