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Schloss Chenonceau

Schloss Chenonceau zählt zu den bekanntesten Bauwerken der französischen Renaissance. Es liegt am Fluss Cher in der Region Centre-Val de Loire. Besonders berühmt ist die zweigeschossige Galerie, die auf steinernen Pfeilern über den Fluss führt. Die Geschichte des Schlosses ist eng mit mehreren einflussreichen Frauen des französischen Hofes verbunden, weshalb es auch als Damenschloss bezeichnet wird.

Geschichte des Schlosses

1496 erwarb Thomas Bohier ein älteres befestigtes Anwesen. Die meisten mittelalterlichen Gebäude wurden später abgetragen; der Bau des heutigen Schlosses begann 1513. Seine Frau Catherine Briçonnet spielte eine wichtige Rolle bei der Überwachung der Arbeiten. Der Turm Tour des Marques ist eines der wenigen erhaltenen Elemente der früheren Festung.

1535 gliederte König Franz I. das Anwesen in den königlichen Besitz ein. Später schenkte Heinrich II. das Schloss seiner Favoritin Diane de Poitiers. In den 1550er-Jahren ließ sie eine Brücke über den Cher errichten und die Gärten gestalten. Nach dem Tod des Königs im Jahr 1559 übernahm Katharina von Medici das Schloss. Sie ließ über der Brücke eine zweigeschossige Galerie bauen, die Chenonceau sein unverwechselbares Aussehen verleiht.

Das Damenschloss

Nach Katharina von Medici lebte Louise de Lorraine, die Witwe König Heinrichs III., in Trauer im Schloss. Im 18. Jahrhundert erwarb Louise Dupin das Anwesen und veranstaltete einen literarischen Salon, den bekannte Denker besuchten. Ihr Wirken trug dazu bei, das Schloss während der Französischen Revolution zu bewahren. Im 19. Jahrhundert ließ Marguerite Pelouze umfangreiche Restaurierungen durchführen. Henri Menier kaufte Chenonceau 1913; seither gehört es der Familie Menier.

Architektur und Innenräume

Chenonceau verbindet spätgotische Details mit der Architektur der französischen Renaissance. Das Hauptgebäude liegt am Fluss, während sich die berühmte Galerie über das Wasser erstreckt. Ihre Fenster eröffnen Ausblicke auf den Cher und seine Ufer. Im Inneren sind historische Möbel, Wandteppiche, Gemälde, eine Kapelle, Prunksäle und Schlafzimmer zu sehen. Die Sammlungen veranschaulichen das aristokratische Leben vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.

Gärten und Park

Die beiden bekanntesten Gärten sind mit Diane de Poitiers und Katharina von Medici verbunden. Der Garten Dianes besitzt eine geometrische Anlage und einen zentralen Brunnen. Der Garten Katharinas liegt näher am Schloss. Zum Anwesen gehören außerdem ein Blumengarten, eine Blumenwerkstatt, ein Gewächshaus und ein Labyrinth. Die saisonale Blüte verändert das Erscheinungsbild des Parks im Laufe des Jahres.

Historische Bedeutung und Besuch

Während des Ersten Weltkriegs wurden Teile der Galerien als Lazarett genutzt. Im Zweiten Weltkrieg bildete der Cher einen Abschnitt der Grenze zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Frankreich; die Galerie diente als wichtiger Übergang. Seit 1840 steht das Schloss unter Denkmalschutz. 2017 wurde das Anwesen in das UNESCO-Welterbe Loiretal aufgenommen.

Das Schloss liegt unter der Adresse Château de Chenonceau, 37150 Chenonceaux, Frankreich, etwa 34 Kilometer von Tours entfernt. Der Bahnhof Chenonceaux befindet sich ungefähr 400 Meter vom Ticketschalter entfernt. Für Schloss und Gärten sollte man mehrere Stunden einplanen. Öffnungszeiten und Eintrittspreise variieren je nach Saison; prüfen Sie vor der Reise die offizielle Website.

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