Die Peterskirche gehört zu den bekanntesten Barockkirchen Wiens. Sie befindet sich am Petersplatz in der historischen Innenstadt, unweit der Grabenstraße und des Stephansdoms. Hinter der vergleichsweise kompakten Fassade liegt ein reich ausgestatteter Innenraum mit Kuppel, Fresken, Skulpturen und vergoldeten Altären. Bekannt ist die Kirche außerdem für ihre regelmäßigen Orgelkonzerte.
Geschichte der Peterskirche
Die Geschichte des christlichen Gottesdienstes an diesem Ort reicht bis in die spätrömische Zeit zurück. Nach Angaben der Kirche entstand in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts im römischen Militärlager Vindobona das erste Gotteshaus, als ein Kasernengebäude für religiöse Zwecke umgestaltet wurde. Später stand hier eine mittelalterliche Kirche, die zunächst romanisch und danach gotisch umgebaut wurde.
Einer Überlieferung zufolge soll Karl der Große die Kirche im Jahr 792 gegründet haben. Dafür gibt es jedoch keine urkundlichen Belege. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1137. Das mittelalterliche Gebäude verfiel im Laufe der Zeit und wurde 1661 durch einen Brand beschädigt.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts unterstützte Kaiser Leopold I. den Neubau. Die Arbeiten begannen 1701. Den ursprünglichen Entwurf erstellte Gabriele Montani; auch der bekannte Architekt Johann Lukas von Hildebrandt beeinflusste die architektonische Gestaltung. 1708 wurde die Kirche für den Gottesdienst geöffnet. Nach der Fertigstellung im Jahr 1733 erfolgte die Weihe zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit und des Apostels Petrus.
Barockarchitektur und Kuppel
Die Peterskirche gilt als herausragendes Beispiel des Wiener Barocks. Der Innenraum ist um einen ovalen Grundriss und eine hohe Kuppel gestaltet. Zwei Türme rahmen die Fassade, während Säulen und Skulpturenschmuck den Eingang betonen. Im Inneren prägen Marmor, Vergoldungen, Stuck und religiöse Darstellungen das Erscheinungsbild.
Das Kuppelfresko malte Johann Michael Rottmayr in den Jahren 1713 und 1714. Es zeigt vor allem die Krönung Mariens, umgeben von Aposteln, Heiligen und Engeln.
Altäre, Skulpturen und Orgel
An der Ausstattung wirkten Künstler des Wiener Barocks mit, darunter Matthias Steinl sowie weitere bedeutende Maler und Bildhauer. Zu sehen sind Seitenaltäre, die verschiedenen Heiligen gewidmet sind, kunstvolle Dekorationen und religiöse Kunstwerke.
Ein besonderer Blickfang ist die Orgelempore über dem Eingang. Die große Orgel besitzt 2.175 Pfeifen, drei Manuale und 34 Register. Musik spielt bis heute eine wichtige Rolle im Kirchenleben. Regelmäßig finden Orgelaufführungen, Chorkonzerte und klassische Konzerte statt.
Konzerte und Oper in der Krypta
Die Peterskirche veranstaltet Musikprogramme mit Orgelwerken und Kompositionen aus unterschiedlichen Epochen, darunter Werke von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart. Einige Aufführungen sind gegen freiwillige Spenden zugänglich, für andere Konzerte sind Eintrittskarten erforderlich.
Die Krypta unter der Kirche dient außerdem als Veranstaltungsort für Kammermusik und Produktionen der Reihe „Oper in der Krypta“. Das Programm wechselt je nach Saison; Termine und Eintrittsbedingungen sollten vor dem Besuch geprüft werden.
Krypta und Restaurierung
Die Krypta erstreckt sich unter dem gesamten Kirchengebäude. Dort sind historische Bauelemente erhalten, darunter ein steinerner Löwe aus der frühen Romanik. Während der Adventszeit findet hier außerdem eine traditionelle Krippenausstellung statt.
Die Kirche wurde mehrfach restauriert. Umfangreiche Arbeiten am Innenraum und an der Fassade erfolgten zwischen 2001 und 2004. Später wurden Teile der Kuppel, der Portikus und die Orgel instand gesetzt.
Anreise zur Peterskirche
Die Adresse lautet Petersplatz, 1010 Wien. Von der Grabenstraße und dem Stephansdom ist die Kirche bequem zu Fuß erreichbar. Die nächstgelegene U-Bahn-Station ist Stephansplatz mit den Linien U1 und U3. Laut offizieller Website ist die Kirche gewöhnlich montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und am Wochenende von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Kirche ist frei; für einige Konzerte und Veranstaltungen in der Krypta werden Karten benötigt.
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