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Pyramiden von Dahschur

Die antike Nekropole von Dahschur

Die Pyramiden von Dahschur bilden eine bedeutende archäologische Anlage südlich von Kairo am westlichen Rand des Niltals. Die Nekropole gehört zu den großen Pyramidenfeldern des antiken Memphis und umfasst Bauwerke aus dem Alten Reich sowie spätere Pyramiden des Mittleren Reiches.

Dahschur ist besonders für die Knickpyramide und die Rote Pyramide bekannt, die unter Pharao Snofru errichtet wurden. Beide zeigen, wie die ägyptischen Baumeister ihre Techniken für Pyramiden mit glatten Seiten weiterentwickelten. Das Gebiet enthält außerdem Reste weiterer königlicher Anlagen und Gräber von Angehörigen der Königsfamilien und Beamten.

Snofru und die Entwicklung der Pyramiden

Snofru gründete die vierte Dynastie und war einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Reiches. Seine Regierungszeit wird meist in das 26. Jahrhundert v. Chr. eingeordnet. Unter ihm experimentierten Architekten mit dem Neigungswinkel der Außenflächen, der Anordnung der Innenkammern und der Stabilität massiver Steinbauten.

Die Knickpyramide zeigt eine Änderung des Bauplans während der Errichtung, während die Rote Pyramide eine gleichmäßigere Form besitzt. Zusammen veranschaulichen sie die Entwicklung zur klassischen ägyptischen Pyramidenform.

Die Knickpyramide

Die Knickpyramide ist eines der ungewöhnlichsten Bauwerke von Dahschur. Ihr Name bezieht sich auf den sichtbaren Wechsel des Neigungswinkels etwa auf halber Höhe. Der untere Abschnitt ist steiler, der obere flacher, wodurch die Pyramide ihre charakteristische Silhouette erhält.

Ursprünglich begann der Bau mit einem Winkel von ungefähr 55 Grad, der während der Arbeiten auf etwa 43 Grad verringert wurde. Der genaue Grund ist nicht bekannt. Möglicherweise sollten dadurch die strukturelle Belastung reduziert und die Stabilität verbessert werden. Teile der ursprünglichen weißen Kalksteinverkleidung sind noch erhalten.

Im Inneren befinden sich Gänge und Kammern mit Kraggewölben aus Stein. Die Pyramide besitzt zwei Eingänge, einen an der Nordseite und einen an der Westseite. Ihre Konstruktion zeigt die technischen Herausforderungen, vor denen die Baumeister der Antike standen.

Die Rote Pyramide

Die Rote Pyramide liegt etwas nördlich der Knickpyramide. Ihr Name stammt von der rötlichen Färbung des Steins im Kern. Ursprünglich war die Außenseite mit weißem Kalkstein verkleidet, von dem später große Teile abgetragen und für andere Bauwerke wiederverwendet wurden.

Die Pyramide wird Snofru zugeschrieben und meist in das 26. Jahrhundert v. Chr. datiert. Sie zählt zu den frühesten großen Beispielen einer Pyramide mit glatten, regelmäßig geneigten Seiten. Ihr Eingang liegt an der Nordseite und führt über einen absteigenden Gang zu Innenkammern mit hohen Kragdecken.

Zusammen mit der Knickpyramide markiert die Rote Pyramide einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der ägyptischen Pyramidenarchitektur.

Pyramiden des Mittleren Reiches

Auch nach Snofrus Zeit blieb Dahschur eine königliche Begräbnisstätte. Im Mittleren Reich entstanden hier Anlagen, die Amenemhet II., Senwosret III. und Amenemhet III. zugeschrieben werden. Einige wurden überwiegend aus Lehmziegeln mit steinernen Bauteilen errichtet und sind heute stärker beschädigt.

Besonders bemerkenswert ist die sogenannte Schwarze Pyramide von Amenemhet III., die sich heute in schlechtem Erhaltungszustand befindet. Die Nekropole umfasst auch Gräber königlicher Angehöriger, darunter Prinzessinnen, sowie Bestattungen von Beamten. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über die Bestattungskultur des Mittleren Reiches.

Archäologische Forschung und Schutz

Archäologen untersuchen nicht nur die Pyramiden, sondern auch Reste von Tempeln, Aufwegen, Steinbrüchen und Baustellen. Diese Funde helfen, die Organisation der Bauarbeiten und die religiösen Praktiken rund um königliche Bestattungen zu verstehen.

Dahschur gehört zum UNESCO-Welterbe «Memphis und seine Nekropole – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur», das 1979 aufgenommen wurde. Die Denkmäler müssen vor Erosion, Umweltveränderungen und menschlichen Einflüssen geschützt werden.

Besuch der Pyramiden von Dahschur

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Knickpyramide und die Rote Pyramide. Ein gemeinsamer Besuch ermöglicht den Vergleich zwischen dem ungewöhnlichen Profil der ersten und der regelmäßigeren Form der zweiten. Wenn der Zugang erlaubt ist, können Besucher die Rote Pyramide betreten und durch enge, steile Gänge zu den Kammern hinabsteigen.

Dahschur liegt je nach Route etwa 30 bis 40 Kilometer südlich des Zentrums von Kairo. Die Anreise erfolgt meist mit dem Auto, Taxi oder einer organisierten Tour, oft in Verbindung mit Saqqara. Empfehlenswert ist ein früher Besuch. Nehmen Sie Wasser, bequeme Schuhe und Sonnenschutz mit und prüfen Sie vorab Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Zugangsregeln.

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