Devils Tower ist ein gewaltiger Felsmonolith im Nordosten des US-Bundesstaates Wyoming. Er erhebt sich über dem Tal des Belle-Fourche-Flusses und den umliegenden Wäldern. Seine fast senkrechten Wände mit langen parallelen Rillen lassen ihn wie einen riesigen steinernen Turm aussehen. Die Formation zählt zu den ungewöhnlichsten geologischen Sehenswürdigkeiten Nordamerikas.
Der Felsen ragt etwa 264 Meter über das umliegende Gelände hinaus und liegt rund 1.558 Meter über dem Meeresspiegel. 1906 erklärte Präsident Theodore Roosevelt ihn zum ersten National Monument der USA. Für viele indigene Völker der Great Plains ist er zudem ein heiliger Ort, der mit Bären und spirituellen Überlieferungen verbunden ist.
Geologischer Ursprung
Geologen sind sich einig, dass Devils Tower aus magmatischem Gestein besteht, das vor ungefähr 50 Millionen Jahren unter der Erdoberfläche aus geschmolzenem Material entstand. Magma drang in ältere Sedimentschichten ein, kühlte ab und erstarrte. Im Laufe der Zeit wurden die weicheren umliegenden Gesteine durch Verwitterung und Erosion abgetragen, sodass der widerstandsfähigere Körper sichtbar wurde.
Der genaue Entstehungsprozess ist weiterhin umstritten. Zu den Hypothesen gehören ein intrusiver Magmakörper, der Rest eines alten Vulkanschlots, ein Lakkolith oder Sill sowie eine Struktur im Zusammenhang mit einem Maar-Diatrem-Vulkan. Der Turm ist kein aktiver Vulkan. Sein Gestein wird als Phonolithporphyr bezeichnet und unterscheidet sich von dem Basalt vieler anderer Säulenformationen.
Das Rätsel der Steinsäulen
Hunderte fast senkrechte Säulen bedecken die Oberfläche; viele besitzen einen annähernd sechseckigen Querschnitt. Sie entstanden, als das magmatische Gestein abkühlte und sich zusammenzog. Dabei bauten sich Spannungen auf, die Risse erzeugten. Ein ähnliches Muster entsteht in trocknendem Schlamm, doch die Säulen von Devils Tower bildeten sich innerhalb eines Magmakörpers. Durch Erosion wurden sie freigelegt, und abgebrochene Gesteinsblöcke sammelten sich am Fuß.
Herkunft des Namens
Der englische Name Devils Tower tauchte nach einer Expedition von 1875 unter der Leitung von Colonel Richard Irving Dodge auf. Er hielt eine Übersetzung fest, die etwa „Turm des bösen Gottes“ oder „Teufelsturm“ bedeutete. Diese Übersetzung könnte jedoch fehlerhaft gewesen sein. Zu den indigenen Namen gehört Bear Lodge, das mit dem Lakota-Namen Mato Tipila verbunden ist. 1906 wurde Devils Tower zum offiziellen Namen des Monuments.
Indigene mündliche Überlieferungen
Viele mündliche Überlieferungen sind mit dem Felsen verbunden. In einer bekannten Geschichte entkommen Kinder einem riesigen Bären, als sich der Boden auf wundersame Weise unter ihnen erhebt. Der Bär versucht hinaufzuklettern und hinterlässt lange Kratzspuren im Fels. In manchen Versionen werden die Kinder zu Sternen oder mit den Plejaden verbunden. Für mehrere indigene Gemeinschaften sind diese Erzählungen Teil einer lebendigen spirituellen Tradition.
Verschwörungstheorien: UFOs und Außerirdische
Die ungewöhnliche Form des Turms hat moderne Spekulationen ausgelöst: Manche beschreiben ihn als außerirdisches Bauwerk, Leuchtfeuer für Raumschiffe oder Portal zwischen Dimensionen. Anhänger dieser Ideen verweisen auf die regelmäßigen Säulen und die scheinbare Symmetrie. Die Geologie erklärt die Säulen jedoch durch natürliche Abkühlung von Magmagestein; zuverlässige Belege für einen künstlichen Ursprung gibt es nicht. Auch Behauptungen über ein Portal oder ein besonderes Energiefeld sind nicht wissenschaftlich bestätigt.
Steven Spielbergs Science-Fiction-Film Unheimliche Begegnung der dritten Art von 1977 machte den Turm weltweit bekannt, indem er ihn als Ort eines Kontakts mit einer außerirdischen Zivilisation darstellte. Berichte über UFOs sollten kritisch geprüft werden: ungewöhnliche Licht- oder Wettereffekte beweisen für sich genommen keine außerirdische Aktivität.
Was tatsächlich ungeklärt bleibt
Das echte wissenschaftliche Rätsel betrifft die genaue Art des ursprünglichen Magmakörpers und die einzelnen Erosionsphasen, die ihn freilegten. Auch die Geschichte des Namens und die kulturelle Bedeutung des Ortes sind komplex. Wissenschaftliche Hypothesen, heilige mündliche Überlieferungen und moderne Verschwörungsspekulationen sollten klar voneinander unterschieden werden.
Natur und Wanderwege
Das Monument liegt in einer Übergangszone zwischen Prärie, Kiefernwald und felsigen Hängen. Hier wachsen Ponderosa-Kiefern, Wacholder, Gräser und Sträucher. Zur Tierwelt gehören Hirsche, Präriehunde, Eichhörnchen, Kaninchen und zahlreiche Vogelarten. Der beliebte Tower Trail ist ein etwa zwei Kilometer langer Rundweg am Fuß des Felsens. Bei Kletterern ist Devils Tower für seine Risse zwischen den Säulen bekannt.
Anreise und beste Reisezeit
Devils Tower liegt im Nordosten Wyomings und ist am bequemsten mit dem Auto zu erreichen, beispielsweise von Gillette aus oder auf einer Rundreise durch die Black Hills. Öffentliche Verkehrsmittel sind begrenzt. Prüfen Sie deshalb vor der Fahrt die Straßenverhältnisse, Öffnungszeiten und Besuchsregeln auf der offiziellen Website.
Spätes Frühjahr, Sommer und früher Herbst eignen sich gut für Spaziergänge. Im Sommer kann es heiß werden, und Gewitter können die Bedingungen rasch verändern. Im Winter erschweren Schnee und Eis die Wege. Am frühen Morgen und am späten Nachmittag betont das seitliche Licht die vertikalen Rillen besonders schön.
Tipps für Besucher
Für den Hauptweg reichen normalerweise ein bis zwei Stunden. Nehmen Sie Wasser, bequeme Schuhe und Sonnenschutz mit. Meiden Sie Bereiche, in denen Steinschlag möglich ist, und beachten Sie Warnschilder. Devils Tower verbindet außergewöhnliche Geologie, kulturelles Gedächtnis und moderne Rätsel. Respektieren Sie seinen heiligen Status und stellen Sie Spekulationen nicht als bewiesene Tatsachen dar.
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