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Schloss Kroměříž

Das erzbischöfliche Schloss Kroměříž

Schloss Kroměříž liegt im historischen Zentrum der mährischen Stadt Kroměříž im Osten Tschechiens. Als ehemalige Residenz der Bischöfe und Erzbischöfe von Olmütz ist es für seine monumentale Architektur, repräsentativen Innenräume, Kunstsammlungen und historischen Gärten bekannt.

Geschichte und barocker Umbau

Die Residenz entwickelte sich aus älteren bischöflichen Gebäuden. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges ließ Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn den Komplex in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts umfassend erneuern. Die Architekten Filiberto Lucchese und Giovanni Pietro Tencalla wirkten an der Gestaltung des barocken Schlosses mit.

Architektur und Innenräume

Das Schloss besitzt vier Flügel um einen zentralen Innenhof. Im Inneren befinden sich Prunksäle, historische Räume, Kapellen und Verwaltungsbereiche. Dekorierte Decken, Stuckarbeiten, Gemälde und Möbel spiegeln die Kunstvorlieben mehrerer Generationen wider.

Kunstsammlungen

Die Gemäldegalerie enthält Werke bedeutender europäischer Künstler. Zu den bekanntesten zählt Tizians Gemälde Die Schindung des Marsyas. Darüber hinaus bewahrt das Schloss eine wertvolle Bibliothek, ein Musikarchiv, Zeichnungen, Druckgrafik und Münzsammlungen.

Die Ereignisse von 1848

Während der Revolutionen von 1848 wurde der österreichische konstituierende Reichstag nach Kroměříž verlegt. Das Schloss wurde zum Schauplatz von Debatten über Verfassungsreformen und erhielt damit neben seiner religiösen und kulturellen auch eine wichtige politische Bedeutung.

Schlossgarten und Blumengarten

Der Schlossgarten umfasst mehr als 60 Hektar und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem großen Landschaftspark mit Wegen, Teichen, Brücken und seltenen Bäumen. Der im 17. Jahrhundert angelegte Blumengarten bewahrt eine geometrische barocke Gestaltung mit symmetrischen Beeten, Brunnen, einer zentralen Rotunde und einer langen, mit Statuen geschmückten Kolonnade.

UNESCO-Welterbe

Schloss und Gärten wurden 1998 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Das Ensemble gilt als außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel einer barocken Residenz mit Gartenanlagen und beeinflusste die Entwicklung der Architektur und Gartenkunst in Mitteleuropa.

Besuch des Schlosses

Besucher können die Innenräume und Kunstsammlungen auf ausgewiesenen Führungsrouten besichtigen, durch den Schlossgarten spazieren und den Blumengarten separat besuchen. Einige Räume sind nur im Rahmen einer Führung zugänglich; daher empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten vorher zu prüfen. Für das gesamte Ensemble sollte man einen großen Teil des Tages einplanen.

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