Der Arusha-Nationalpark ist ein landschaftlich reizvolles Schutzgebiet im Norden Tansanias, unweit der Stadt Arusha. Auf vergleichsweise kleinem Raum treffen Vulkanberge, Bergwälder, offene Grasflächen, Krater und vogelreiche Seen aufeinander. Die Vielfalt der Landschaften macht den Park sowohl für Tages-Safaris als auch für Wanderungen interessant.
Das wichtigste Naturwahrzeichen ist der etwa 4.566 Meter hohe Mount Meru. Zum Park gehören außerdem der Ngurdoto-Krater, die Momella-Seen und Bereiche des Bergwaldes, in denen Besucher Primaten und andere afrikanische Wildtiere beobachten können.
Mount Meru
Mount Meru ist ein imposanter Vulkan, der das Landschaftsbild des Parks prägt. Nach dem Kilimandscharo ist er der zweithöchste Berg Tansanias. Seine Hänge sind von Wäldern und Höhenvegetation bedeckt. Vom Gipfel bieten sich eindrucksvolle Ausblicke auf die umliegenden Ebenen und bei klarem Wetter auf den schneebedeckten Kilimandscharo.
Die vulkanische Landschaft des Meru entstand durch eine lange geologische Entwicklung. Vor langer Zeit brach ein Teil der Ostflanke ein und hinterließ eine große, hufeisenförmige Narbe. Innerhalb dieser markanten Landschaft erhebt sich ein Aschekegel.
Die Besteigung des Meru ist ein eigenständiges Abenteuer und dient häufig der Akklimatisierung vor einer Kilimandscharo-Tour. Der Weg führt durch verschiedene Naturzonen, von Wäldern und feuchten Berghängen bis zu offenen Hochgebirgslandschaften. Die Tour sollte im Voraus organisiert werden; außerdem sind die Vorschriften des Nationalparks einzuhalten.
Die Momella-Seen
Die Momella-Seen bilden eine Gruppe von Gewässern mit unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung und verschiedenen Farben. Je nach Mineralien, Algen und Lichtverhältnissen erscheint das Wasser blau, türkis oder grünlich. Der Kontrast zwischen Wasserflächen, grasbewachsenen Ufern und Berghängen macht die Seen zu einem der bekanntesten Landschaftsmotive des Parks.
Die Seen sind wichtige Rastplätze für heimische und ziehende Wasservögel. Hier lassen sich Flamingos, Pelikane und weitere Feuchtgebietsarten beobachten. An den Ufern und auf den umliegenden Ebenen leben Wasserböcke, Zebras, Giraffen und Büffel. Die Tierbeobachtung verläuft oft in ruhiger Atmosphäre, ohne die großen Fahrzeugansammlungen mancher bekannterer Safari-Gebiete.
Ngurdoto-Krater
Der Ngurdoto-Krater ist eine große vulkanische Senke, die von steilen, bewaldeten Wänden umgeben ist. Er wird häufig als kleinere Ausgabe des Ngorongoro-Kraters beschrieben. Auf seinem Grund befinden sich Sümpfe, Grasflächen und dichtes Pflanzenwachstum, die günstige Lebensräume für Wildtiere schaffen.
Aussichtspunkte am Kraterrand eröffnen Blicke in das Innere, wo Büffel, Warzenschweine und Vögel zu sehen sein können. Der Zugang zu bestimmten Bereichen wird durch die Parkregeln geregelt. Deshalb sollten Besucher vor einer Wanderung prüfen, welche Wege geöffnet sind.
Tierwelt und Vegetation
Die unterschiedlichen Höhenlagen und Lebensräume sorgen für eine vielfältige Tierwelt. Auf offenen Flächen begegnet man Giraffen, Zebras, Büffeln, Wasserböcken und kleineren Antilopen. In den Wäldern leben Blaue Meerkatzen, Paviane und Schwarz-weiße Stummelaffen, die sich besonders gut in den Baumkronen beobachten lassen.
Auch Leoparden kommen im Park vor, werden jedoch nur selten gesichtet. Die Vogelwelt ist besonders artenreich: Wälder, Seen und Feuchtgebiete bieten Lebensraum für zahlreiche Wasser-, Greif- und Waldvögel. Mit zunehmender Höhe am Mount Meru geht der Wald in Heideflächen und spezialisierte Hochgebirgsvegetation über.
Aktivitäten im Nationalpark
Eine beliebte Möglichkeit, den Arusha-Nationalpark zu erkunden, ist eine Safari im Fahrzeug auf den Wegen durch die Ebenen und rund um die Seen. Unterwegs lassen sich Tiere beobachten und landschaftlich schöne Aussichtspunkte ansteuern. Aktive Besucher können geführte Wanderungen, Vogelbeobachtungen oder eine organisierte Besteigung des Mount Meru wählen.
In ausgewählten Gebieten werden geführte Spaziergänge und weitere Aktivitäten mit autorisierten Guides angeboten. Die Möglichkeiten hängen von der Jahreszeit, dem Zustand der Wege und den geltenden Vorschriften ab. Wildtiere dürfen nicht eigenständig angenähert werden; zugelassene Routen sollten nicht ohne vorgeschriebene Begleitung verlassen werden.
Beste Reisezeit
Die Trockenzeit von etwa Juni bis Oktober gilt häufig als günstig für Tierbeobachtungen und Wanderungen. Straßen und Wege sind dann meist leichter zu befahren beziehungsweise zu begehen, und Tiere lassen sich auf offenen Flächen oft besser erkennen. In anderen Monaten ist die Landschaft besonders grün, allerdings sind Regen, Wolken und rutschige Wege wahrscheinlicher.
Das Wetter verändert sich mit der Höhe. Am Fuß des Berges kann es warm sein, während die Hänge und der Gipfel deutlich kühler sind. Für eine Besteigung sind warme Kleidung, geeignetes Schuhwerk und Ausrüstung für wechselnde Wetterbedingungen erforderlich.
Anreise zum Arusha-Nationalpark
Der Park liegt etwa eine halbe Autostunde von Arusha entfernt, einem wichtigen Ausgangspunkt für Reisen durch Nordtansania. Auch vom internationalen Flughafen Kilimanjaro ist er auf der Straße erreichbar. Viele Besucher verbinden den Park mit einer Rundreise durch die Nationalparks im Norden des Landes oder planen einen separaten Tagesausflug.
Der Arusha-Nationalpark vereint Berglandschaften, Vulkankrater, Seen und eine vielfältige Tierwelt. Er ermöglicht es, Tansanias Natur in einem entspannten Tempo kennenzulernen und mehrere Ökosysteme nur wenige Dutzend Kilometer von einer größeren Stadt entfernt zu erleben.
Galerie

